Lange Zeit war die Digitalisierung für den stationären Möbelhandel kein Thema, doch das hat sich in den letzten Jahren rasant geändert – Möbel Online Shops werden immer bedeutender. Getrieben wird diese Entwicklung durch das veränderte Verhalten der Kunden. Vielleicht ist es dir schon an dir selbst aufgefallen…Das Internet wird heute nicht nur als bequeme Informationsquelle genutzt, sondern auch Einkäufe werden zunehmend in Möbel Online Shops getätigt. Eine umfassende digitale Strategie, neue Geschäftsmodelle und moderne Marketingkanäle werden daher zunehmend zur Überlebensfrage für den stationären Möbelhandel, um sich an dein Konsumentenverhalten und das vieler anderer Menschen anzupassen.

Möbel Online Shops machen Druck

Derzeit werden rund sieben Prozent des Gesamtumsatzes der Branche in Österreich und Deutschland mit  Möbel Online Shops generiert – mit stark steigender Tendenz. Nach Ansicht von Experten ist es daher nur eine Frage der Zeit, bis die Möbel Online Shops den stationären Möbelhandel übertreffen.

Kaufst du online oder offline?

Überleben würden nur Möbelhändler mit einer umfassenden Digitalstrategie, deren Sortiment sich konsequent an deinen Wünschen und Bedürfnissen orientiert und das Beste aus stationärem und digitalem Handel vereint. Denn das Bedürfnis nach Komfort (bequeme Auswahl, riesige Produktpalette, keine Schlepperei) ist größer als die Vorbehalte gegenüber dem Online-Kauf von Möbeln.

Diese Entwicklung wird auch durch die “E-Commerce-Studie Österreich 2017” bestätigt. Mit 7,6 Mrd. Euro erreichten die Ausgaben im österreichischen Distanzhandel ein absolutes Rekordhoch. Auf Mobile Commerce (Smartphone-Shopping) waren es 530 Millionen Euro, ein Plus von 25 Prozent. 21 Prozent der Österreicher kaufen bereits direkt über das Smartphone ein und 42 Prozent nutzen es zur Produktrecherche im Internet. Zwischen 2012 und 2017 hat sich die Zahl der Smartphone-Shopper versechsfacht.

Mobile Shopping ist präsenter denn je

Das Mobiltelefon wird mehr und mehr zum besten Freund des Händlers. Vor allem junge Verbrauchergruppen sind offen für den Smartphone-Einkauf. “Die steigende Zahl der Käufer ist vor allem auf junge Konsumentengruppen zurückzuführen. Den größten Sprung beim Smartphone-Kauf hat im aktuellen Analysezeitraum die Alterskohorte 30-39 Jahre gemacht – von 24 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 33 Prozent. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Konsumentenkohorte nachzieht”, sagt Studienleiter Dr. Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria.

Eine der größten Herausforderungen für den Möbelhandel ist daher der “Mobile Shift”: Immer mehr Menschen und vielleicht auch du suchen auf Smartphones oder Tablets nach passenden Möbeln oder Einrichtungsgegenständen. Entscheidungen werden vor dem Besuch des Möbelgeschäfts getroffen, sofern die Bestellung nicht im Internet, sprich Möbel Online Shops erfolgt. Unternehmen versuchen dabei deinen Anforderungen mit mobilen, ansprechend gestalteten Websites, Multi-Channel-Strategien und attraktiven digitalen Marketingkonzepten gerecht zu werden.

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Augmented Reality als Game Changer im Möbelhandel

In Zukunft wird es für den Möbelhandel entscheidend sein, dir als Konsumenten an jedem Touchpoint deiner Customer Journey einen Mehrwert zu bieten. Der Händler muss dort sein, wo du bist, also auch zu Hause, wo du dich informierst und inspirieren lässt. Mit Hilfe von Augmented Reality (AR) will der Möbelhandel diesem Anspruch gerecht werden und dir neue Möglichkeiten bieten Produkte virtuell zu erleben. 

Du kannst dir einfach eine App auf dein Smartphone oder Tablet runterladen und kannst dann durch die Kamera auf die Umgebung schauen, in der die neuen Möbelstücke platziert werden sollen. Virtuelle Objekte wie Tische, Stühle oder Regale werden auf dem Bildschirm eingefügt und du kannst sofort sehen, wie das Möbelstück in deinen eigenen vier Wänden wirkt. So kannst du bequem von zu Hause aus das passende Möbelstück auswählen und der Möbelhändler kann sich teure Retouren sparen. Solche Augmented-Reality-Anwendungen werden nach Ansicht von Experten den Möbelkauf langfristig grundlegend verändern und können als Funktion in einem Möbel Online Shop einen wichtigen und nachhaltigen Mehrwert bieten.

Als einer der Ersten in der Branche begann IKEA bereits vor einigen Jahren mit Augmented-Reality-Anwendungen zu experimentieren. Im September letzten Jahres brachte das Unternehmen die neue App “Ikea Place” auf den Markt.  Mit einer Genauigkeit von 98 Prozent soll die neue Technologie das Platzieren der Möbel ermöglichen. Nutzer können die virtuellen Möbel nicht nur zu Hause fotografieren und über soziale Netzwerke teilen, sondern auch mit einem Klick direkt aus der App heraus kaufen. Laut Michael Valdsgaard, Head of Digital Transformation bei IKEA Systems, wird die App daher auch bei zukünftigen Produktveröffentlichungen eine wichtige Rolle spielen.

Aber auch kleinere Unternehmen nutzen die AR-Technologie. So basiert beispielsweise das Geschäftsmodell des polnischen Regal-Start-ups Tylko auf AR. Kunden können sich über eine App individuelle Regale zusammenstellen und bestellen.

Click & Collect gewinnt an Bedeutung

Du kaufst Produkte online und holst sie im stationären Geschäft ab? Genau dies bedeutet Click & Collect und immer mehr Menschen machen Gebrauch von dieser Möglichkeit. Die Click & Collect-Funktion wird daher mittlerweile auch auf vielen Händler – Möbel Online Shops wie IKEA, Mömax, Butlers oder DEPOT als Zusatzoption angeboten. Wesentliche Vorteile für dich sind der Wegfall der Versandkosten und flexible Abholmöglichkeiten.

Showrooms – Inszenierung der Wohnräume

Auch wenn vieles online gekauft wird, magst du es trotzdem dir Dinge im Laden anzuschauen? Kein Problem und vor allem bist du nicht der Einzige, dem beides gefällt! Viele Kunden gehen immer noch gerne im Laden einkaufen, denn der Bildschirm kann das haptische Erlebnis von Möbeln und die persönliche Beratung nicht ersetzen. Der stationäre Handel muss Verkaufserlebnisse schaffen, um den Online-Händlern Paroli zu bieten und die Kundenbindung zu stärken. In einem Möbel Online Shop kann dieses Verkaufserlebnis beispielsweise durch inspirierende Inhalte oder eine Shop-the-Look Funktion veranschaulicht werden.

Das Konzept des Showrooms wird auch von vielen Möbel Online Shops genutzt. Denn das Möbelgeschäft stellt reine Online-Shops vor große Herausforderungen. Nicht nur die Möglichkeit, die Möbel haptisch zu erleben, sondern vor allem die schwierige Logistik bis hin zur Gestaltung der Retourenproblematik ist problematisch. 

Digitale Technologien am POS

Die Möbelbranche bietet ein ideales Experimentierfeld für eine verbesserte Kundenerfahrung durch digitale Medien. Grundsätzlich kann zwischen nicht-interaktiven Medien (z. B. digitale Plakate) und interaktiven Medien (z. B. digitale Wände, Terminals) zur Information und Beratung der Kunden unterschieden werden. Das Technologie-Start-up Store Analytics zeigt zum Beispiel, welchen Mehrwert Beacons, Einkaufs-Apps und Apple Watch für die Servicequalität eines Möbelhauses bieten können. Mit dem Store Analytics Assist hast du die Möglichkeit, dich jederzeit in der gewünschten Abteilung beraten zu lassen.

Showroom

Influencer Marketing als neue Form der Zusammenarbeit

Neben modernen Websites, Social-Media-Aktivitäten, Imagefilmen und Testimonials entdeckt der Möbelhandel zunehmend Influencer für seine Online-Marketingaktivitäten. Eine wirkungsvolle Strategie, denn eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen orientiert sich bei ihren Kaufentscheidungen mittlerweile an Bloggern und Influencern. Oft findest du auch beispielsweise Instagram-Walls in Möbel Online Shops, welche sowohl Influenceraktivitäten, als auch Posts von Kunden beinhalten können.

Fazit:

Die digitale Transformation ist derzeit die mit Abstand größte Herausforderung für den stationären Möbelhandel, sie bietet aber auch viele Chancen, vor allem für dich als Konsumenten. Schließlich zeigen die Kunden, wie sie das optimale Einkaufserlebnis wünschen: durchgängig und über die Kategorien online, offline, mobil. Für die Kunden von morgen gibt es keine Trennung mehr zwischen der realen und der digitalen Welt. Je früher ein stationäres Möbelhaus auf diese Weise modernisiert wird, desto besser ist es für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

“Das Internet ist wie eine Welle: Entweder man lernt, auf ihr zu schwimmen, oder man geht unter”, Bill Gates.

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