Büromöbel-Markt – So kommen wir schnell zum „New Normal“

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf die Wirtschaft und auch der Büromöbel-Markt ist betroffen. Wie die Entwicklung in diesem Markt ist und welche Prognosen es für die Zukunft gibt erfährst du in diesem Beitrag.

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Rückläufige Zahlen bereits 2019

Die Büromöbel-Industrie musste sich in der weiten Hälfte des Jahres 2019 mit rückläufigen Zahlen auseinandersetzen und Investitionsprojekte wurden verschoben, im Volumen verkleinert oder komplett gestoppt. Insgesamt schloss die deutsche Büromöbel-Industrie das Jahr 2019 laut IBA (Industrieverband Büro und Arbeitswelt) mit einem Umsatzminus von -1% ab. Der Rückgang der Exporte lag bei ungefähr -6%.

Die Voraussetzungen waren also nicht die besten für das Jahr 2020. Die Corona-Pandemie sorgte zusätzlich für einen Einbruch des BIP im Frühjahr um 5,5% und die aktuelle BIP-Prognose liegt sogar bei -7,1% für die Euro-Zone. Die Reaktion der europäischen Büromöbel-Märkte kam unverzüglich. Der deutsche Büromöbel-Markt lag im August 12,3% unter dem Vorjahresniveau (Inland: -11,2%, Ausland: -16,6%). Der IKB erwartet für das Gesamtjahr ein Umsatzminus in ähnlicher Größenordnung.

Worauf muss sich die Branche einstellen?

Die Arbeitswelt wird sich durch die Corona-Pandemie stark verändern und dies wird auch Auswirkungen auf Büroarbeitsplätze haben. Nach und nach werden immer mehr Arbeiter zum sogenannten Remote Working bzw. Homeoffice übergehen. Daher wird die Gestaltung der Arbeit immer flexibler. Die technischen Möglichkeiten dafür sind bereits gegeben und Unternehmen und öffentliche Verwaltungen sehen die bestehenden Chancen und Herausforderungen dieser Entwicklung.

Corona als Trendbeschleuniger

Corona hat hier starke Auswirkungen. Im Frühjahr 2020 waren zeitweise 27% der Beschäftigten im Homeoffice tätig, um die Kontakte zu minimieren. Die Transformation zu einer Normalität des Homeoffices wird sich aber über einen längeren Zeitraum ziehen. Denn zu viele Fragen sind noch ungeklärt. Dazu gehören arbeits- und versicherungsrechtliche Fragen, technische Regulierungen oder die flächendeckende digitale Infrastruktur. Außerdem bestehen Mietverträge für Büroflächen und des Weiteren müssen technische und interne Strukturen aufgebaut werden.

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Büromarkt Frankfurt: Prognostizierte Abnahme des Büroflächenbedarfs

NAI apollo hat im September 2020 am Beispielmarkt Frankfurt verschiedene Szenarien für den Büromarkt berechnet. Sie zeigen, wie sich der Büroflächenbedarf verändern wird, wenn die beschriebenen Voraussetzungen als gegeben unterstellt werden. Im zweiten Quartal 2020 gab es in Frankfurt 10,5 Mio. qm Bürofläche.
20% der Präsenzbüroarbeitsplätze in Unternehmen und 10% in öffentlichen Verwaltungen würden in der mittleren Variante in das Homeoffice verlagert werden. Dies entspricht in Frankfurt 47.000 Büroarbeitsplätzen und daraus ergibt sich ein Minderbedarf an Bürofläche von 0,9 Mio. qm (-8,3%) bis mehr als 2 Mio. qm (-19,8%). Die Entwicklung wird regional allerdings stark differenziert ausfallen, denn dies ist abhängig von Unternehmensgrößenstrukturen und Branchenmix. Für alle geht es aber definitiv in dieselbe Richtung, hin zu mehr Homeoffice.

Geänderte Anforderungen bieten neue Chancen

Es ist aufgrund der Ungewissheit der Pandemie sehr schwierig die Investitionsnachfrage bei Büroausstattung zu prognostizieren. Im Jahr 2021 wird die Investitionstätigkeit vermutlich nur langsam und zeitverzögert anspringen, auch wenn es eine konjunkturelle Erholung geben sollte. Die IKB-Volkswirte erwarten für 2021 ein BIP-Wachstum von 4,4% und Ähnliches wird auch für die Absatzmärkte der deutschen Möbelindustrie im Ausland erwartet. Für die Büromöbel-Industrie wird es vermutlich eine Durststrecke bis zum Jahr 2022 geben. Diese Zeit gilt es sinnvoll zu nutzen: Entwicklung neuer Produktlösungen, Ausbau der Online-Präsenz sowie die Vervollständigung des bisherigen Angebots.

Strukturelle Nachfrageänderungen in der Büromöbel-Industrie

Bereits seit drei bis vier Jahren zeigen sich strukturelle Nachfrageveränderungen in der Büromöbel Industrie. Diese Veränderungen werden sich in den nächsten Jahren nur noch weiter verstärken.

Erfahrungen der Büromöbel-Branche mit zyklischen Nachfrageentwicklungen

Verschiedene Durststrecken, wie z.B. die Finanzkrise, hat die deutsche Büromöbel-Industrie bereits überstanden. Dadurch hat sie schon Erfahrung im Umgang mit stark zyklischen Nachfrageentwicklungen. Auf den Einbruch durch die Finanzkrise folgte ein längerer Aufschwung und der Umbruch in der Büroarbeitswelt bietet Chancen im In- und Ausland. Innovationsfähigkeit, etablierte Markt- und Wettbewerbspositionen, und flexible mittelständische Strukturen, sowie oftmals ein stabiler privater Gesellschafterhintergrund sind gute Voraussetzungen für die deutsche Büromöbel-Industrie. So wird das „New Normal“ in der Büroarbeitswelt gestaltet.

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